Am 20. März um 19.32 Uhr überquert die Sonne den Himmelsäquator. Damit beginnt der kalendarische Frühling, die Tage sind dann wieder länger als die Nächte. Mit jedem Tag steigt die Sonne höher hinauf: Die Mittagshöhe wächst im März fast um ein halbes Grad pro Tag. Dadurch verschieben sich im Lauf des Monats Sonnenauf- und -untergang jeweils um etwa eine Stunde, entsprechend kürzer werden die Nächte.
Hinzu kommt die Umstellung auf Sommerzeit am 28. März. Das bedeutet für Sternengucker, dass es abends noch eine weitere Stunde später dunkel wird. Während man Anfang März schon gegen 19.30 Uhr (Winterzeit) die Sterne sehen kann, muss man am Monatsende bereits bis 21.30 Uhr (Sommerzeit) warten.
Im März lohnt sich schon in der frühen Abenddämmerung der Blick zum westlichen Horizont. Denn dort erstrahlt von Woche zu Woche deutlicher die Venus als Abendstern. Anfang des Monats geht der innere Nachbarplanet der Erde gegen 19 Uhr unter, Ende des Monats aber erst gegen 21.30 Uhr Sommerzeit. In den letzten Märztagen gesellt sich mit Merkur ein zweiter Abendstern hinzu. Der sonnennächste Planet erreicht aber erst im April seinen größten Abstand von der Sonne.
Nach Einbruch der Dunkelheit steht die westliche Himmelshälfte noch ganz im Zeichen des Winters, majestätisch steht im Südwesten der Jäger Orion als dominierendes Sternbild. Oberhalb des Orion sehen wir die anderen typischen Wintersternbilder: Zwillinge, Fuhrmann und Stier. Links unterhalb des Orion, fast genau im Süden, blinkt der hellste Stern des Himmels, Sirius im Sternbild Großer Hund. Von dort steigt die Milchstraße als matt schimmerndes Band auf. Durch die Sternbilder Zwillinge und Fuhrmann zieht sie sich quer über den Himmel, dann wieder hinab durch Perseus, Kassiopeia und Kepheus nach Norden.
Die Milchstraße bildet so fast eine Trennlinie zwischen dem winterlichen Himmel im Westen und den Frühlingssternbildern im Osten. Denn dort stehen nun bereits Krebs und Löwe hoch am Himmel, später am Abend folgen ihnen Jungfrau und der Ochsentreiber Bootes. Und auch der Große Bär - vielen eher als Großer Wagen geläufig - steht nun wieder zusehends höher am nördlichen Himmel.
Gleich zwei helle Planeten bereichern gegenwärtig den Frühlingshimmel: Im Krebs steht als auffällig rotes Objekt der Mars, der sich nun wieder langsam von der Erde entfernt. Und tief im Osten, im Sternbild Jungfrau, findet sich der Saturn. Der Planet mit dem wunderschönen Ringsystem steht in der Nacht vom 21. auf den 22. März von der Erde aus der Sonne genau gegenüber und ist deshalb die ganze Nacht hindurch gut zu beobachten. Da wir von der Erde aus derzeit in einem sehr flachen Winkel von nur drei Grad auf die Saturnringe blicken, erscheinen sie im kleinen Fernrohr eher wie ein dünner Strich durch den Planeten.
Quelle: Rainer Kayser, Die Rheinpfalz