Der Sternenhimmel im September 2010

VenusAm 23. September um 5.09 Uhr beginnt - streng astronomisch gesehen - der Herbst. Denn dann überquert die Sonne auf ihrer Jahresbahn den Himmelsäquator von Norden nach Süden. Entsprechend sind die Tage zur Freude der Sternenfreunde dann wieder kürzer als die Nächte. Zum Monatsende ist es bereits um 20.30 Uhr dunkel genug, um die hellsten Sternbilder zu erkennen.

Doch bereits die Abenddämmerung hat - zumindest in der ersten Monatshälfte - allerhand zu bieten. Denn tief am westlichen Horizont versammeln sich derzeit Venus, Mars und Saturn zu einem Abschieds-Stelldichein. Besonders attraktiv ist der Anblick am 11. September, wenn sich die dünne Sichel des jungen Mondes hinzu gesellt. Nach Einbruch der Dunkelheit zeigt sich der Himmel dann trotz des Herbstbeginns noch hochsommerlich. Das Sommerdreieck aus den drei hellsten Sternen der Sternbilder Leier, Schwan und Adler beherrscht weiterhin den Himmel. Westlich davon finden wir Herkules und Bootes, östlich Pegasus, das geflügelte Pferd.

Im Herkules lassen sich mit einem Feldstecher oder einem Fernrohr zwei der schönsten Kugelsternhaufen des nördlichen Himmels beobachten. Unterhalb des rechten Schultersterns Eta befindet sich M13, ein aus rund einer halben Million Sterne bestehender Haufen. Je nach Beobachtungsgerät hat er eine Ausdehnung von ein bis zwei Dritteln des Monddurchmessers. Etwas kleiner ist M92, der oberhalb des Sterns Pi im Herkules liegt. Auch er enthält aber noch einige Hunderttausend Sterne. Die Entfernungen der beiden Sternhaufen von der Erde betragen zwischen 25.000 und 35.000 Lichtjahren.

Die Ekliptik mit den Sternbildern des Tierkreises steht immer noch sommerlich tief im Süden. Nur bei guter Horizontsicht lassen sich im Südwesten der Schütze, im Süden der Steinbock und im Südosten Wassermann und Fische ausmachen.

Erst später am Abend, wenn es bereits auf Mitternacht zugeht, tauchen am östlichen Himmel mit Andromeda, Perseus und Widder die Boten des Herbstes auf, gefolgt von Stier und Fuhrmann. Die eher unscheinbaren Fische werden derzeit durch ein auffällig helles Himmelsobjekt bereichert: durch Jupiter, den größten Planeten des Sonnensystems. Jupiter steht am 21. September von der Erde aus gesehen genau der Sonne gegenüber. Die Astronomen bezeichnen diese Planetenstellung als "Opposition".

Am gleichen Tag steht auch Uranus, der siebte Planet des Sonnensystems, in Opposition zur Sonne. Damit bietet sich eine günstige Gelegenheit, mit einem Fernglas oder Fernrohr diesen sonst nur schwer auffindbaren Planeten aufzuspüren. Er steht am 21. September knapp ein Grad nördlich vom Jupiter.

Frühaufsteher können vor Sonnenaufgang tief im Osten mit Merkur noch einen weiteren Planeten beobachten. Der sonnennächste Planet ist vom 19. bis zum 26. September besonders gut in der Morgendämmerung auszumachen.

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