Chronologie des Universums

  1. Zur Ausformulierung der ersten Sekunde
  2. Wie kann man sich die Zeiten vorstellen?
10-44 Sekunden Der Urknall Das Universum beginnt sich plötzlich auszudehnen. Es herrscht eine Ultrahitze von 1032 Grad Kelvin, die Dichte beträgt 1094 Gramm pro Kubikmeter - die höchsten Werte, die physikalisch noch Sinn haben. Man nennt diese Zeit die "Planck-Zeit".
  Raum, Zeit und Materie Bisher waren Raum, Zeit, Strahlung und Materie nicht unterscheidbar. In der Planck-Zeit trennen sie sich voneinander.
  Abspaltung der Gravitation Bisher gab es nur eine Kraft. In der Planck-Zeit spaltet sich die Gravitation von der SUperkraft ab, die dann noch drei Kräfte - den Elektromagnetismus, die starke und die schwache Kernkraft - in sich birgt.
10-36 Sekunden Abspaltung der starken Kernkraft Von der Restkraft spaltet sich die starke Kernkraft ab. Dabei entstehen die Urteilchen, aus denen sich alle Materie zusammensetzt: Quarks und Leptonen wie Elektronen und Neutrinos.
  Phasenübergang des Vakuums Bei der Abspaltung der starken Kernkraft ändert sich die Energie des Vakuums. Ähnlich wie beim Gefrieren von Wasser, dem Übergang in einen anderen Aggregatzustand, wird bei diesem Übergang zwischen zwei Phasen des Vakuums die Energiedifferenz als Wärme freigesetzt. Dadurch steigt die Temperatur erneut an - auf rund 1028 Grad.
  Die kosmische Inflation Unsere kosmische Urblase dehnt sich exponentiell rasch aus und kühlt sich entsprechend schnell bis zu dem Punkt ab, an dem der erwähnte Phasenübergang eintritt. Anderswo im "Mega-Universum" entstehn vielleicht ähnliche Urblasen.
10-34 Sekunden Das Übergewicht der Materie Quarks und Antiquarks vernichten einander, es bleiben um ein Milliardstel mehr Teilchen als Antiteilchen übrig - ein Unterschied, der später zum "Aussterben" der Antimaterie führen wird.
10-11 Sekunden Abspaltung der letzten Kraft Bei 1015 Grad trennen sich auch - als letztes - die elektromagnetische vond er schwachen Kernkraft. Von nun an regieren die vier separierten Fundamentalkräfte das Geschehen.
10-4 Sekunden Die ersten Nukleonen Die bis dahin freien Quarks werden in Protonen und Neutronen, den Nukleonen, eingeschlossen, die sich ineinander umwandeln können.
10-2 Sekunden Die Vernichtung der Antimaterie Wie bei den Quarks, aus denen sie aufgebaut sind, gibt es auch gerinfügig mehr Nukleionen als Antinukleonen. Sie bleiben - nach gegenseitiger paarweiser Vernichtung der anderen - übrig: der Stoff, aus dem auch wir bestehen.
10-1 Sekunden Neutronos werden frei Reaktionen, die Neutrinos absorbieren, werden gestoppt. Neutrinos beginnen, sich frei durch das All zu bewegen.
  Nukleonen werden fixiert Umwandlungen zwischen Protonen und Neutronen werden gestoppt, bei einem Mengenverhältnis von 6:1.
3 Sekunden Paarvernichtung der Leptonen Wie Nukleonen und Antinukleonen vernichten Elektronen und ihre Antiteilchen, die Positronen, einander. Übrig bleibt ein geringer Elektronenüberschuss.
100 Sekunden Synthese der ersten Elemente Protonen und Neutronen verschmelzen zu Kernen von schwerem Wasserstoff (Deuterium) und Helium
150 Minuten Ende der Elementsynthese Die Neutronen sind weitgehend für Heliumkerne verbraucht. Die Elementsynthese endet. Die restlichen Protonen sind die Wasserstoffkerne.
  Die Plasma-Zeit Der Elektronmagnetismus dominiert - Lichtteilchen (Photonen) kollidieren mit Elektronen so oft, dass diese sich nicht an die Atomkerne binden können; das kosmische Gas ist ein undurchsichtes "Plasma".
10.000 Jahre Ende der Strahlungsära Das Universum kühlt auf 30.000 Grad Kelvin ab. Die Strahlung verliert Energie, die Materie und ihre Schwerkraft gewinnt an Einfluss.
100.000 Jahre Aufklaren des Universums Wegen des Energieverlustes der Photonen werden jetzt die Elektronen von Atomkernen eingefangen - Atome entstehen. Die Photonen, die ihre Kollisionspartner verloren haben, fliegen nun frei durch das All - als "kosmische Hintergrundstrahlung". Das Universum wird durchsichtig und allmählich kalt.
109 Jahre Quasare und schwarze Löcher Das kosmische Gas bildet Klumpen, die ersten Himmelskörper - Quasare und Galaxieren - entstehen. In ihren Zentren bilden sich "supermassive" Schwarze Löcher.
  Geburt der Fixsterne In den Galaxien bilden sich kleinere Gaswolken, ziehen sich zusammen - die ersten Fixsterne werden geboren.
1010 Jahre Planeten und Leben Im Innern der Sterne bilden sich Elemente, die schwerer sind als die im Urknall entstandenen. Mit dem Tod der Sterne werden sie in den Weltraum freigesetzt, wo sie von den Sternen der nächsten Generation aufgesammelt werden. Auch unser Planet profitiert davon - und das Leben.
  Die Gegenwart Über drei Milliarden Jahre lang entwickelte sich das Leben auf der Erde. Der Homo sapiens tauchte vor etwa 600 000 Jahren auf.
  Die Sonne stirbt Die Sonne bläht sich auf zum "Roten Riesen", verschlingt die Planeten bis einschließlich der Erde, schrumpft zum "Weißen Zwerg" und erkaltet schließlich zum "Schwarzen Zwerg". Jupiter und Saturn werden weiterhn die tote Sonne umkreisen.
1012 Jahre Die Milchstraße wird alt Immer mehr tote schwarze Zwergsterne entstehen, das von den Sternen verbrauchte Gas wird nicht mehr in Explosionen freigesetzt. Die Geburtenrate der Sterne sinkt auf Null.
1014 Jahre Die Sterne verlöschen Sterne, die noch kleiner sind als die Sonne, leben am längsten. Nach über 100 Billionen Jahren verlöschen aber auch sie. Es wird dunkel im Kosmos.
1017 Jahre Die Milchstraße als Schwarzes Loch Die Randsterne der Milchstraße - darunter die Sonne - treiben in den intergalaktischen Raum, die restliche Milchstraße kontrahiert zu einem gigantischen Schwarzen Loch.
1033 Jahre Zerfall der Materie Nach Theorien der Teilchenphysiker zerfallen nun die Protonen. Damit lösen sich alle chemischen Elemente auf. Nur noch Leptonen und Strahlung treiben durchs dunkle All.
10100 Jahre Ende der Schwarzen Löcher Durch einen Quanteneffekt strahlen auch Schwarze Löcher Energie ab und schrumpgen dadurch, bis sie zuletzt in einer Explosion "verdampfen" - das letzte Aufflackern vor dem Kältetod des Kosmos.

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