Neben Saturn haben auch die anderen drei großen Planeten (Jupiter, Uranus, Neptun) Ringe, aber keines ist so komplex und so beeindruckend. 1610 wurden sie von Galileo Galilei mit einem noch vergleichsweise lichtschwachen Teleskop entdeckt. Deshalb nahm er auch noch an, dass es sich dabei um Monde handeln würde. Erst ein knappes halbes Jahrhundert später erkannte der Astronom Huygens, dass es sich um Ringe handelte.
Von der Erde aus sind drei Ringe zu sehen. Der A-Ring ist der äußerste dieser von uns aus sichtbaren Ringe. In ihm befindet sich eine schmale Lücke, in der sich innere Monde befinden. Der B-Ring besitzt dunkle Speichen. Das bedeutet, dass die Materie nicht gleichmäßig auf ihm verteilt ist. Der Grund dafür sind vermutlich durch elektrische Felder beeinflusste Staubwolken.
Der lichtschwächste Ring, der von der Erde aus erkennbar ist, ist der C-Ring. Auch er besteht wie die anderen aus vielen einzelnen Bändern. Vier weitere Ringgruppen (D-G) wurden von Raumsonden entdeckt. Der lichtschwache E-Ring besteht aus ganz feinen Partikeln. Er hat die größte Ausdehnung. Teile des F-Ringes sind ineinander verschlungen. Die sogenannten Schäferhundmonde Pandora und Prometheus bewirken dieses durch ihre wechselseitige Anziehungskraft.
Zudem gibt es noch den kaum wahrnehmbaren G-Ring und den inneren D-Ring, der sich fast bis zur Saturnatmosphäre erstreckt. Trotz der großen Ausdehnung ist die Gesamtmasse der Ringe gering. Sie beträgt nur etwa 1/25 000 der Saturnmasse. Die einzelnen Partikel, aus denen sich das Ringsystem zusammensetzt, bestehen aus Gestein und Eis. In grauer Vorzeit kam vermutlich ein Urmond dem Planeten zu nahe und wurde durch die starke Gravitation zerrieben.
1675 entdeckte Cassini zwischen dem A- und dem B-Ring eine Lücke. Wie wir inzwischen von Fotografien der Raumsonde Voyager wissen, ist diese Cassini-Teilung nicht völlig leer. Mehrere Dutzend schmale Ringe aus feinen Staubpartikeln wurden in dieser ca. 4000 Kilometer breiten Öffnung gefunden. Die Einzelbestandteile der Ringe haben sehr unterschiedliche Größen. Sie reichen von mikroskopisch klein bis zehn Meter Durchmesser.
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